Therapieformen

Blutegel

Bei der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates stellt die Therapie mit Blutegeln eine sehr effektive Methode dar.
Sie gehört zu den ältesten überlieferten Heilmethoden der Medizingeschichte und zählt zu den ausleitenden Therapien.

 

Der Blutegel (Hirudo medicinallis oder Hirudo officinalis) ist ein Ringelwurm, mit dem durch Anlegen an geeigneter Stelle ein kleiner Aderlass herbeigeführt wird. Durch den Biss des Egels werden mit seinem Speichel Sekrete ausgeschüttet.

Zu den bis zu 100 verschiedenen Substanzen gehört Hirudin, welches die Blutgerinnung hemmt durch Beeinträchtigung des Gerinnungsfaktors Thrombin. Eine weitere Substanz ist das Egelin. Diese Substanz blockiert entzündungsauslösende Enzyme und wirkt somit dem Ausbreiten von Entzündungen entgegen.

 

Der Therapie mit Blutegeln werden unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben wie Gerinnungshemmung, Blutverdünnung, antithrombotische (Verhinderung von Blutgerinnseln) Wirkung, antiphlogistische (antientzündliche) und analgetische (Schmerz lindernd) Wirkung sowie die Beschleunigung des Lymphstromes, wodurch eine Verbesserung des Abtransportes von Schlackestoffen erfolgt.

 

Wenn der Egel richtig sitzt, nimmt er beim Saugen eine Olivenform an. Der hintere Saugnapf wird dabei direkt unter dem Kopf platziert. Weiterhin fängt er an zu glänzen, was zeigt, dass nun Plasma ausgeschwitzt wird. Die Behandlung neigt sich dem Ende zu und der Egel ist satt. Ein satter Egel löst sich von alleine, zunächst löst er das Hinterteil und fängt dann an, sein Beißwerkzeug zu lösen. Das braucht ein bisschen Zeit.

 

Durch die herabgesetzte Blutgerinnung blutet die Wunde noch bis zu 12 Stunden nach. Es fließt die gleiche Menge Blut wie durch den Saugvorgang verloren wurde.

 

Eine Verkrustung fängt nach ca. 20 Stunden an, häufig zieht sich aber schon ein trockener Film über die Bissstelle. Die Umgebung kann durch die stärkere Durchblutung noch bis zu 3 Tage nach dem Biss gerötet sein.

 

 

Anwendungsgebiete:

 

  • Blutohr
  • Gelenkgallen
  • Rehe
  • Hufrollenentzündung
  • Kreuzbandverletzung
  • Kreuzverschlag
  • Mauke
  • Nervenentzündungen
  • Operationsnachsorge
  • Arthrose
  • Tendovaginitis

um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

 

Hinweis im Sinne des § 3 HWG:

Bei der hier vorgestellten Methode sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art handelt es sich um Verfahren der alternativen Medizin, die naturwissenschaftlich-schulmedizinisch weder nachgewiesen noch anerkannt sind.